Und dann bricht es aus!

Ich erlebe grade etwas, was einigen von euch vielleicht bekannt vorkommt. Man hat auf einmal mit mehr Druck, Arbeit und Verantwortung wie sonst zu tun, bei mir befristet, da ich weiss, dass ich sowas auf längere Zeit nicht mehr aushalten möchte oder könnte. Ich war der Meinung, dass ich dies alles für die wenigen Monaten schon aushalten würde, oh wie ich mich täuschen musste. Beruflich war/bin ich also grad mehr wie nur gefordert, neben dem ganz normalen „Alltagswahnsinn“, so wurde mein Nervenkostüm immer schwächer. Ich habe dies in meinem Umfeld ausgesprochen, damit man Bescheid wusste, wenn ich mal wieder Nervenflattern hatte. Privat kam das eine und andere noch dazu, ich dachte und sagte immer wieder, das kann ich noch halten, okay das auch noch, okay das auch noch aber hey es ist wirklich grad viel und dann passierte es, am Wochenende brach etwas in mir drin aus und preschte nach Aussen. Es war nicht mehr aufzuhalten. Und dies, obwohl ich in einer Woche meine 4 Wochen Auszeit habe, es half alles nichts, das Fass war übervoll und dann kam ein heftiges Trigger Thema am Wochenende auf mich zu, was das ganze Wochenende betraf und anhielt. Mein Körper reagiert sofort, meine Gedanken haben einen Freifahrtschein für sich gebucht, die ich kaum noch kontrollieren kann und selbständig Bilder malt. Schlaf schwierig. Essen?! Mein Körper sendet mir genügend Zeichen, dass alles zu viel wurde. Und das, was mich am meisten schockiert ist, wieviel Wut da in mir drinsteckt. Auch heute noch. Wieviel Wut da raus will und die Hexe in mir hat grad ganz böse Gedanken. Ich versuchte somit die Wut zu nutzen, was ich auch machte, ein wichtiges Trauma Thema konnte ich damit angehen und machte einen riesigen, mutigen Schritt nach vorne, es betrifft ein sehr persönliches Thema: sexueller Missbrauch. Doch da bleibt noch immer genügend Rest Wut übrig und ich spüre, wie ungesund diese ist. Dann sind da noch so viel Schmerz und Angst. Das brach so aus mir heraus, liegt nun alles ausgestreut vor meinen Füssen, im reinsten Chaos. Ganz ganz langsam sortiert es sich. Ich versuche so viel wie möglich draus zu lernen, erkenne vor allem, wo ich klare Grenzen setzen muss, wo ich es bis anhin nicht tat. Und ich weiss, das Gespräche helfen und klären werden und ich bin jetzt schon dankbar dafür, wenn dann die Zeit da ist, wo ich all diesen Ballast wieder los bin. Und ich wieder in meiner Mitte angekommen und in meinem Vertrauen bin. Und ich bin dankbar dafür, zu wissen, dass mittlerweile so ein Prozess nicht mehr so lange dauert. Ich weiss, ich werde wieder dahin finden, doch wenn man mittendrin steckt, ist es einfach nur kräftezerrend und beschissen. Doch es tut nur schon gut darüber zu schreiben und ich weiss, es wird auch gewissen LeserInnen helfen, zu sehen, dass es anderen auch so ergehen kann und man nicht alleine ist.

Und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich Menschen in meinem Umfeld habe, wo ich offen kommunizieren kann. Wo ich mich austauschen kann, vielen Dank dafür!

Liebe Leserin, lieber Leser, ja ich verstehe dich! Und bitte, rede, kommuniziere und mach das alles nicht mit dir alleine aus.

In Liebe Beatrice

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